Was ist offene Jugendarbeit?

Im Feld der Offenen Jugendarbeit werden zudem wichtige Bildungsprozesse – insbesondere im Bereich des non-formalen und informellen Lernens – angeregt und begleitet. Besonders erfolgreich geschieht informelles Lernen im Kontext der offenen Jugendarbeit auf den Gebieten der politischen Bildung, der Gewalt- und Suchtprävention sowie im Bereich der Sexualpädagogik. JugendarbeiterInnen fungieren in ihrem Engagement für Jugendliche als kompetente AnsprechpartnerInnen bei sozialpädagogischen Fragestellungen.


Sie stellen Informations- und Handlungsangebote zur Verfügung, bieten niederschwellige Beratung an und treten als „TroubleshooterInnen“ bei privaten Turbulenzen auf.
Als unerlässliche Handlungsprinzipen der Offenen Jugendarbeit gelten:

Niederschwelligkeit:
Dies bedeutet, dass Offene Jugendarbeit jungen Menschen Räume kostenlos, ohne Konsumzwang und ohne Verpflichtung zur Mitgliedschaft, zur Verfügung stellt. Ebenso wenig müssen sie spezielle Fähigkeiten oder Qualifikationen erfüllen. Die Offene Jugendarbeit ist zudem offen für verschiedenste Zielgruppen.
Freiwilligkeit: „Junge Menschen entscheiden was sie wann, wo und auch mit welcher Motivation in Anspruch nehmen, aktiv selbst gestalten oder fordern und in Folge auch umsetzen möchten.“


Überparteilichkeit und Glaubensfreiheit:
„Die Möglichkeit zur Nutzung der Angebote der Offenen Jugendarbeit besteht für junge Menschen unabhängig von einer möglichen Partei- und/oder Religionszugehörigkeit.“

Lebensweltorientierung:
„Ein ganzheitliches Verständnis für die Lebenswelten von jungen Menschen zu entwickeln, bedeutet diese in Bezug zu ihrer Lebenslage, ihren Bedingungen in ihrer sozialräumlichen Lebenswelt, ihren Treffpunkten, den Cliquen und Institutionen zu sehen.“
Bedürfnisorientierung: Offene Jugendarbeit soll sich an den unmittelbaren Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren, die diese auch selber als ihre Bedürfnisse, Wünsche, Notwendigkeiten usw. wahrnehmen.


Ressourcenorientierung:
Jeder Mensch hat Ressourcen und Potentiale. Offene Jugendarbeit stellt diese in den Mittelpunkt der Betrachtung ihrer Zielgruppe.

Partizipation:
„Die Beteiligung junger Menschen an Gestaltungsprozessen, die Förderung ihrer Selbstorganisationsfähigkeit und die Unterstützung der Artikulation ihrer Interessen in unterschiedlichen Zusammenhängen stellt als Förderung der Partizipation ein wichtiges Handlungsprinzip der Offenen Jugendarbeit dar.“


Kultur der 2./3./4. Chance:
„Junge Menschen machen Fehler, gehen (immer wieder) über Grenzen, fordern Sanktionen heraus, indem Grenzen übertreten werden. Durch das Handlungsprinzip der Kultur der 2./3./4. Chance in der Offenen Jugendarbeit erlebt der junge Mensch Konsequenzen seines Handelns nicht als endgültige Reaktion, sondern auch als Angebot sich fachlich begleitet (persönlich) weiterentwickeln zu können. Offene Jugendarbeit ist auch für junge Menschen da, wenn sie Grenzen übertreten haben. Sie sanktioniert zwar und zieht Konsequenzen, bleibt aber nach wie vor in Beziehung mit dem jungen Menschen.